Human - Business and Environment

Business Next Level

Die COVID-19-Pandemie hat uns bewusst gemacht, dass unsere Gesundheit sehr wichtig ist. Unsere Wirtschaft, der Motor unserer Gesellschaft, wurde hart getroffen und jetzt ist es an der Zeit, wieder auf Kurs zu kommen. Wir können so weitermachen, wie wir es bisher getan haben, oder einige Dinge verbessern. Bis jetzt basierte unser Wirtschaftssystem ausschließlich auf monetären Werten, auf Geld. Wir brauchen Geld, es ist der Fluss, der die Wirtschaft zum Funktionieren bringt. Aber wie alles andere sind Extreme nie gut. Wir müssen das richtige Gleichgewicht finden, denn es darf nicht zum Nachteil von Mensch und Umwelt sein. Wir sind alle miteinander verbunden und voneinander abhängig. Die Freiheit der einen endet dort, wo die Freiheit der anderen beginnt. Was für eine Art von Spezies wären wir, wenn wir weiterhin natürliche Ressourcen plündern, die globale Erwärmung weiter beschleunigen, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit schaffen, soziale Ungleichheiten für individualistische profitorientierte Interessen vertiefen und ins All fliehen wollten?

Es gibt keinen Widerspruch oder Gegensatz zwischen Ökonomie, Sozialem und Ökologie: diese drei Elemente bilden ein Ganzes. Die Wirtschaft wird von den Menschen für die Menschen gestaltet und muss seinen Lebensraum die Umwelt schützen und erhalten. 

Von der Konfrontation zur Zusammenarbeit. Bisher wurde der Handel zu oft als Machtkampf betrachtet. Es gibt einen Gewinner und einen Verlierer. Die Finanzwelt und die Aktienmärkte repräsentieren dies mit einem Stier und einem Bären. Aber die Welt ist nicht schwarz und weiß. Sie besteht auch aus einer Vielzahl von Farben. Die besten Geschäfte sind diejenigen, bei denen es zwei Gewinner gibt (WIN-WIN). Wie beim Verkauf, bei dem der Käufer das Produkt findet, das seinem Bedarf entspricht und der Verkäufer, der sein Produkt verkauft. Neben der materiellen Zufriedenheit gibt es darüber hinaus die Zufriedenheit in Form von positiver Emotion. Die Zufriedenheit, gefunden zu haben, die Zufriedenheit, verkauft zu haben, aber auch die Zufriedenheit, seinen Kunden zufrieden gestellt zu haben. Wenn man ein gutes Essen zubereitet, kann man es alleine essen. Man kann sich so viel bedienen, wie man will, bis einem schlecht wird. Aber am Ende wird dieses Essen immer besser schmecken, wenn es mit mehreren Personen geteilt wird, auch und vor allem, wenn der Kuchen geteilt wird.

Die neuen Generationen haben dies verstanden und arbeiten bereits auf diese Weise. Denn gemeinsam sind wir immer stärker als allein. Die Idee einer Person plus die Idee einer anderen Person lässt mindestens eine dritte Idee aufkommen, wenn nicht mehr. Dank neuer digitaler Werkzeuge, wie z.B. Kollaborationsplattformen, ist es einfacher, an gemeinsamen Projekten kollaborativ zusammenzuarbeiten. Ideen zirkulieren und werden geteilt. Diese Arbeitsweise fördert die Innovation und die technologische Entwicklung beschleunigt sich.

Transversalität ist wichtig, weil sie neue Ideen ermöglicht und die Tür zu Innovationen öffnet. Die Transversalität wird an Bedeutung gewinnen, denn nach vielen Jahren der Spezialisierung und der zunehmenden Komplexität aller Geschäftsbereiche hängt der Erfolg eines Projekts, eines Unternehmens oder einer Organisation von der guten Zusammenarbeit der Menschen ab. Die Transversalität schafft die Verbindung. Die Verbindung der verschiedenen Elemente, Bestandteile eines Ganzen, entscheidend für den reibungslosen Gesamtablauf und den Erfolg.

Als entscheidender Faktor der Wettbewerbsfähigkeit ist die Zeit geworden. Wie viel Zeit verbringen Sie pro Tag mit dem Lesen Ihrer E-Mails? Wie viele davon sind wirklich wichtig? Dasselbe gilt für Ihre Kollegen und Mitarbeiter. Wenn man sich auf Aufgaben, Projektfortschritt und das Endziel konzentriert, werden viele Nachrichten überflüssig. Auch hier können dank digitaler Werkzeuge alle den Fortschritt eines Projekts, offene oder geschlossene Aufgaben einsehen, die Chronologie verfolgen und ohne E-Mails kommunizieren. Die Effizienz von Organisationen spielt sich im Zeitmanagement und in der Kommunikation ab. Ich bin davon überzeugt, dass E-Mails in der Zukunft vor allem ein Mittel sein werden, um mit Menschen „ausserhalb“ der Organisation, des Unternehmens, zu kommunizieren, so wie früher Briefe verschickt wurden.

Die Globalisierung hat ihre Grenzen gezeigt, Lokal arbeiten ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Nicht aus Gründen des Rückzugs, sondern aus Gründen des gesunden Menschenverstandes. Es geht also nicht um die Bevorzugung von Nationalitäten, was eine Diskriminierung wäre, sondern um die Begünstigung der geographischen Nähe bei gleichzeitiger Weltoffenheit. Warum ein Produkt vom anderen Ende der Welt besorgen, wenn mein Nachbar es herstellt? Indem ich sein Produkt kaufe, unterstütze ich sein Unternehmen, erhalte ich lokale Arbeitsplätze, stärke ich die lokale Kaufkraft und damit potenzielle Kunden, die Käufer meiner eigenen Produkte. Ein Circulus virtuosus, positiv für die lokale Gemeinschaft zu der ich gehöre. Wenn das gesuchte Produkt in der Nähe nicht existiert, wird der Suchradius erweitert und falls erforderlich am anderen Ende der Welt gekauft. Der andere positive Effekt dieser Art des Konsums ist die Verringerung des CO2-Fußabdrucks für unseren Planeten.

Und was ist mit dem Preis? Irgendwo wird es immer einen niedrigeren Preis geben, aber zu welchem Preis? Damit ein Preis geringer ist, muss die Qualität des Produkts niedriger sein und/oder die Herstellungskosten müssen gesenkt werden, wie z.B. die Arbeitslöhne. Der Kauf von „billig“ verursacht einen Teufelskreis: Standortverlagerung, Arbeitslosigkeit usw. Darüber hinaus ist die Zufriedenheit, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, oft kürzer als die Frustration ein schlechtes Produkt gekauft zu haben.  Konsumieren, ja, aber besser, indem Qualität zur Quantität bevorzugt wird.

Die Zeit der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der Verschwendung ist vorbei, sie muss durch eine  nachhaltige und Kreislaufwirtschaft ersetzt werden, denn „nichts geht verloren, nichts wird geschaffen, alles wird umgewandelt“ (Antoine Lavoisier 1789).

Autor: Axel Stabnau

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